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Der Adventskranz
Obwohl der Brauch, zu Beginn der Adventszeit in Kirchen und Wohnungen einen Adventskranz aufzuhängen, in weiten Teilen Europas beliebt ist, ist der Brauch relativ jung. Wir müssen ungefähr 170 Jahre zurückgehen nach Hamburg, wo der evangelische Theologe und Caritasmann Johann Hinrich Wichern sich in einem Asyl um verwahrloste, junge Menschen kümmerte.
Das Heim trug den Namen „Rauhes Haus" und hier befestigte Wichern 1833 zunächst an einem einfachen Holzkreuz an den vier Enden je eine Kerze. An jedem Adventssonntag wurde eine Kerze mehr angezündet. In den folgenden Jahren stellten er und die Jugendlichen die Kerzen kranzförmig auf und schmückten sie mit Tannengrün. So erleuchtete an Weihnachten ein Lichterkranz den Saal. Dieser Brauch fand zunächst in vorwiegend evangelischen Familien Nachahmung.
Erst um 1925 soll ein Adventskranz in einer Kölner Kirche im Altarraum gehangen haben. Seit 1930 finden wir ihn in München und dann zunehmend in vielen katholischen Gotteshäusern.
Inzwischen ist er zum Symbol der adventlichen Vorbereitungszeit bei allen Christen geworden. Ursprünglich waren es vier weiße Kerzen, die Wichern anzündete. Später wählte man lieber rote Kerzen. Meistens werden die vier Kerzen auf die vier Jahrtausende gedeutet, mit der das jüdische Volk auf den Messias wartete.
Der Kranz ist Symbol des Erdkreises, der sich nach dem Erlöser sehnte. Die grünen Zweige haben zu allen Zeiten den Menschen als Zeichen der Hoffnung auf neues Leben und neue Sonne nach dem Winter gedient.
Das zunehmende Licht der vier Kerzen darf als auf die Epiphanie Gottes, auf das Erscheinen Gottes in der Welt gedeutet werden. In einem kirchlichen Segensgebet über den Adventskranz heißt es: „Dieser Adventskranz sei ein Zeichen der Hoffnung, dass nicht Dunkel und Tod, sondern Licht und Leben siegen werden." Aus KiZ 2002 EL
Kleine Kirchenzeitung : Vor Freude Rosa zum 3. Advent
Kreisjugendseelsorger Norbert Fink erklärt, warum das Gewand des Priesters am Sonntag (3. Advent) rosa ist:
Erinnert Ihr Euch noch daran, was Ulli vor drei Wochen über die liturgischen Farben geschrieben hat? Warum das Gewand des Priesters mal grün ist und mal weiß, mal rot und mal schwarz? Wenn ja, dann wisst Ihr bestimmt auch noch, dass die zum Advent passende Farbe Violett ist - die Farbe der Besinnung und der Umkehr.
Am Sonntag aber kann es gut sein, dass Euer Pastor ein andersfarbiges Gewand trägt. Das sieht dann vielleicht ein bisschen so aus, als hätte man das violettfarbene falsch gewaschen. Tatsächlich ist es aber kein verwaschenes Gewand, sondern ein rosafarbenes. Ulli hat sich so ein Gewand mal von Norbert Fink, dem Kreisjugendseelsorger im Oberbergischen Kreis, zeigen lassen und ihn für Euch gefragt, was es damit auf sich hat.
K Ist es nicht komisch, als Mann ein rosafarbenes Gewand zu tragen?
FINK: Es ist schon etwas gewöhnungsbedürftig. Als ich so ein Gewand zum ersten Mal gesehen habe, hat mich die Farbe eher an einen Duschvorhang oder das Fell vom Pink Panther erinnert, als an ein priesterliches Gewand. Außerdem ist die Farbe Rosa ja auch mehr eine Frauenfarbe. Aber ich finde es gut, dass es auch solch ungewöhnlichere Farben in der Kirche gibt - damit zeigt sie auch mal, dass sie Sinn für Humor hat. Außerdem hat das rosa Gewand seit vielen Jahrhunderten ja auch eine besondere Bedeutung.
K Nämlich welche?
FINK: Rosafarbene Messgewänder werden nur an zwei Sonntagen im Kirchenjahr getragen. Am dritten Adventssonntag, der auch „Gaudete" heißt - auf Deutsch: Freut euch - und am vierten Fastensonntag, der den Namen „Laetare" trägt, also „Freue dich". Beide Sonntage wollen uns in der Fasten- und Bußzeit, in der der Priester normalerweise ein violettes Messgewand trägt, bereits eine kleine Vorfreude auf die zwei größten Feste unseres Glaubens schenken: Ostern und Weihnachten. Der Ursprung dieser Sitte ist ein Frühlingsfest der römischen Christen im zehnten Jahrhundert. In der Freude über die1 wiedererwachte Natur brachte man am vierten Fastensonntag neuer blühte Rosen in den Gottesdienst und beschenkte sich damit gegenseitig.
K Lohnt es sich denn überhaupt, für zwei Tage im fahr so ein Messgewand anzuschaffen?
FINK: Die Beantwortung dieser Frage bleibt wohl jedem Priester selbst überlassen. In vielen Gemeinden gibt es ein solches Gewand nicht, weil es für sie in der Anschaffung zu teuer ist und man ja genauso gut ein violettes Messgewand tragen kann. Vielleicht hat es aber auch etwas damit zu tun, worüber wir am Anfang gesprochen haben, dass manche es komisch finden, ein rosafarbenes Gewand zu tragen. Mehr lohnen würde sich die Anschaffung jedenfalls, wenn man Rosa noch einen Tag häufiger tragen dürfte. Wäre da nicht der „Rosenmontag" eine passende Gelegenheit?
Die Kunst des Wünschens
Schenken ist eine Kunst, die man im Lauf des Lebens immer besser lernt, und Wünschen ist eine Kunst, die man im Lauf des Lebens immer mehr verlernt. Damit sind nicht die ungehemmten Wünsche gemeint, die Kinder ohne Rücksicht auf ihre Erfüllbarkeit aussprechen, auch nicht die ganz großen Wünsche, die keine Wünsche mehr sind, sondern Gebete. Die ganz normalen ,,erwachsenen" Wünsche sind gemeint, bei denen man die Möglichkeit ihrer Realisierung abwägt, bevor man sie ausspricht. Die meisten jungen Menschen haben damit keine Schwierigkeiten, aber je älter man wird, umso schwerer fällt die Antwort auf die Frage: ,,Was wünschst du dir?"
In diesen vorweihnachtlichen Jagen wird uns die Frage wieder gestellt werden. Machen wir uns die Mühe, uns einen Wunsch zu überlegen, und haben wir den Mut, ihn auszusprechen? Oder retten wir uns in ein: ,,Ich bin wunschlos glücklich" oder ,,Ich brauche nichts, ich hab schon alles" und lassen die, die uns mit der Erfüllung eines Wunsches eine Freude machen möchten, ratlos stehen? Mehr oder weniger haben wir die Kunst des Wünschens verlernt. Sind wir zu oft enttäuscht worden? Ist es zu mühselig, die graue Kruste von Bescheidenheit, Gewohnheit und Fantasielosigkeit wegzuschaufeln, um darunter etwas Buntes zu entdecken: vergrabene, nie ausgesprochene Wünsche, die zu uns und unserem Wesen gehören und die wir versteckt haben? Vor uns selbst und vor anderen. Wir sollten uns den Mut zum Wünschen wünschen.
3. DEZEMBER HEILIGER Franz Xaver
Franz Xaver wurde im Jahr 1506 auf dem Schloss Javiers (Navarra in Nordostspanien) geboren. 1525 zog er nach Paris, studierte Theologie, schloss sich Ignatius von Loyola an und wurde zum Priester geweiht. Als päpstlicher Legat fuhr er 1541 nach Indien und bekehrte dort viele Menschen zum christlichen Glauben. Er wirkte auch in Japan, aber ohne großen Erfolg. Eine geplante Chinareise scheiterte an der verweigerten Einreiseerlaubnis, und er starb 1552 vor den Toren Chinas. Franz Xaver ist der eigentliche Begründer der Jesuitenmissionen und Bahnbrecher der neueren Mission überhaupt. Denn er erforschte das Missionsfeld planmäßig, baute in Großstädten Christengemeinden als Kernzellen des Evangeliums auf und bildete Missionare aus, die die Landessprache lernten und die Bräuche der Völker studierten. Er ist Patron der katholischen Missionen und der Seereisenden.
4. DEZEMBER HEILIGE BARBARA
Die hl. Barbara soll der Legende nach unter Kaiser Maximus Daja um 306 enthauptet worden sein. Ihr eigener Vater habe sie, erzürnt darüber, dass sie Christin geworden war, in einen Turm eingesperrt und, als diese Maßnahme nicht fruchtete, zum Tod verurteilen lassen. Er selbst vollstreckte das Urteil. Barbara wird als eine der Vierzehn Nothelfer verehrt und ist Helferin in der Sterbestunde, Patronin der Bergleute und der Artillerie.
Der alte Brauch, am Barbaratag kahle Zweige ins Haus zu nehmen, die dann zu treiben beginnen und an Weihnachten aufblühen, ist sehr beliebt. Das Erblühen im Winter ist zum einen ein Symbol für das Wunder der Menschwerdung Gottes in Anspielung an das Reis Jesse (= Isai, der Vater Davids, auf dessen Stamm sich die Verheißung des kommenden Messias bezieht). Zum anderen weisen die blühenden Zweige auf Ostern hin: In aller Todesverfallenheit schenkt Gott Leben.
4. DEZEMBER HEILIGER JOHANNES VON DAMASKUS
Johannes wurde um 650 in Damaskus geboren. Diese Stadt war von 660-750 Sitz des Kaufen, des weltlichen und geistlichen Oberhauptes des Islams. Johannes wurde Nachfolger seines Vaters am Hof als Finanzminister. Im Alter von 50 Jahren wurde er Mönch, Priester und Berater des Patriarchen von Jerusalem und widmete sich vor allem seinen umfangreichen, theologischen Werken. So war er der letzte universal eingestellte Theologe der alten, griechischen Kirche, dessen Denken noch Thomas von Aquin beeinflusste. Im Bilderstreit trat Johannes für die Verehrung der Heiligenbilder ein. Er starb 750 in Jerusalem. 1890 wurde er von Leo XIII. zum römischen Kirchenlehrer erklärt.
4. DEZEMBER Seliger Adolph Kolping
Adolph Kolping, der spätere Gesellenvater, wurde als Sohn eines /^Schäfers 1813 in Kerpen bei Köln geboren. Er erlernte zunächst das Schuhmacherhandwerk und arbeitete zehn Jahre in seinem Beruf. 1845 wurde er Kaplan in Wuppertal-Elberfeld. Angesichts der schwierigen Lebensbedingungen der Arbeiterschaft fand Kolping seine Lebensaufgabe. Er nahm sich der sozialen Not der jungen Handwerker und Arbeiter an und schenkte ihnen innerhalb der Kirche Heimat im Gesellenverein, den er am 6. Mai 1849 gründete. 1853 eröffnete er in Köln das erste Gesellenhaus. In diesen Häusern, die er für jede größere Stadt anstrebte, sollten die Wandergesellen preiswert unterkommen und auch Weiterbildungsmöglichkeiten finden. Aus diesen Anfängen wuchs das heutige Internationale Kolpingwerk. Kolping starb am 4. Dezember 1865 und wurde in der Minoritenkirche in Köln bestattet. Johannes Paul II. sprach ihn am 27. Oktober 1991 selig.
5. DEZEMBER HEILIGER ANNO
Anno, schwäbischer Adliger, Propst zu Goslar, wurde 1056 Erzbischof von Köln. Er stiftete und gründete zahlreiche Kirchen und Klöster. Durch seine Politik vergrößerte er das Gebiet der Erz-diözese beträchtlich. 1062/63 war er Reichsverweser für den minderjährigen Heinrich IV. Als er 1075 starb, wurde er in seiner Lieblingsstiftung, der Benediktinerabtei auf dem Michelsberg in Siegburg, beigesetzt. Anno wurde 1183 heiliggesprochen.
6. DEZEMBER HEILIGER NIKOLAUS
Nikolaus, um 300 als junger Mann Bischof von Myra in Asien, geriet während einer Christenverfolgung in Gefangenschaft und wurde schwer gefoltert. Noch davon gezeichnet, auf dem Konzil von Nicäa 325, dem 1. Ökumenischen Konzil der frühen Kirche (Entstehung des Apostolischen Glaubensbekenntnisses). Zwischen 345 und 351 starb er an einem 6. Dezember. Seine Gebeine ruhen seit 1082 in Bari (Apulien). Wahre Legende und Brauchtum verbinden sich bei ihm, und wurde zu einem der beliebtesten Volksheiligen in der Ostkirche, und auch bei uns. Stärkste Verehrung erfuhr er seit dem 8. Jahrhundert in Rußland, dessen Patron er geworden ist. Nikolaus ist ferner Schutzpatron der Schiffer.
8. DEZEMBER UNBEFLECKTE EMPFÄNGNIS MARIENS
Das Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria - so die vollständige und offizielle Bezeichnung dieses Marienfestes - wurde im christlichen Osten gelegentlich schon im 10. Jahrhundert gefeiert. Im Westen führte es als erster Anselm von Canterbury in seiner Diözese ein. Durch die Franziskanertheologen der Hochscholastik fand es allgemeine Verbreitung. Theologischer Höhepunkt des Festes war 1854 die Erklärung der Unbefleckten Empfängnis Mariens als Glaubenssatz durch Plus IX. Gerade an Marias Begnadung soll die Würde des Menschen und die Herrlichkeit der Liebe Gottes offenbar werden.
11. DEZEMBER HEILIGER Damasus I.
Der um 305 geborene Damasus war von 366-384 Papst. Seine Amtszeit war jedoch durch Auseinandersetzungen mit dem Gegenpapst Ursinus überschattet. Unter ihm wurde die lateinische Sprache nach langer Vorherrschaft des Griechischen in Kult, Wissenschaft und Frömmigkeit dominierend. Zu der vielleicht weittragendsten Entscheidung seines Pontifikates gehört die Auftragserteilung an den hl. Hieronymus, die Bibel neu ins Lateinische zu übersetzen (die sog. Vulgata). Damasus bemühte sich ferner um die Hebung der Moral innerhalb des Klerus. Die Verehrung der Märtyrer war ihm ein Herzensanliegen. Er starb am 11. Dezember 384.
12. DEZEMBER HEILIGE Johanna Franziska von Chantal
Teanne-Frangoise Fremyot de Chantal wurde 1572 als Tochter eines burgundischen Politikers geboren und heiratete mit 20 Jahren den Gutsbesitzer Baron de Chantal. Ihm schenkte sie sechs Kinder, von denen zwei früh starben. Früh verwitwet, widmete sie sich zunächst ganz der christlichen Erziehung ihrer Kinder. Ihr geistlicher Seelenführer war der hl. Franz von Sales, mit dem sie den Orden der Heimsuchung Maria, die Salesianerinnen, gründete. Er sollte Frauen und jungen Mädchen die Möglichkeit bieten, ein heiligmäßiges Leben zu führen ohne die strengen Regeln sonstiger Orden. Erst später wurde der Gemeinschaft die Klausur aufgezwungen. Mit Scharfsichtigkeit und Energie meisterte Johanna ihre Aufgaben. Innerlich war ihr Leben voll Leid, Schmerz und Zweifel. Ihr geistiges, und geistliches Ringen hat sie für viele Menschen anziehend gemacht. Sie starb am 13. Dezember 1641.
12. DEZEMBER Unsere liebe Frau von Guadalupe
Eine der ältesten Traditionen der Evangelisierung Lateinamerikas ist die von der Erscheinung der Gottesmutter Maria auf dem Berg Tepeyac, die dem Indio Juan Diego im Jahre 1531 widerfahren ist. Seitdem wird Maria als Unsere Liebe Frau von Guadalupe verehrt und ist Schutzpatronin von Mexiko und ganz Lateinamerika.
13. DEZEMBER HEILIGE Luzia
Im Mittelalter gehörte Luzia zu den beliebtesten Heiligen. Wenn auch ihre Existenz historisch sicher bezeugt ist, ranken sich um sie viele Legenden. Luzia kam in Syrakus auf Sizilien zur Welt. Sie weihte sich dem jungfräulichen Leben und verschenkte ihr Vermögen den Armen. In der Diokletianischen Verfolgung um 300 starb sie als Märtyrerin.
Der Lüziatag ist besonders in Italien und Skandinavien durch religiöses Brauchtum ausgezeichnet. Das italienische Volkslied Santa Lucia erinnert an die Heilige. Das Symbol des Lichtes in Anspielung auf ihren Namen (Licht = lux [lat.] - Luzia) spielt im Advent eine große Rolle. In Nordeuropa gibt es die Luzienbraut, die auf ihrem Kopf einen Kranz mit brennenden Kerzen trägt.
13. DEZEMBER HEILIGE Odilia
Nach der Legende wurde Odilia um 660 als Tochter das Alemannenherzogs Attich im Elsaß geboren. Weil sie blind auf die Welt kam, sollte sie auf Geheiß ihres grausamen Vaters getötet werden, wurde von der Mutter jedoch gerettet. Bei der Taufe im Kloster empfing das Kind wieder das Augenlicht. Vor diesem Hintergrund gewinnt das Bild von der Blindheit und dem Licht des Glaubens neue Bedeutung. Odilia gründete die Klöster Hohenberg und Niedermünster am Fuß des Odilienberges. An ihrem Todestag, wahrscheinlich am 13. Dezember 720, ließ sich Odilia die Kommunion unter beiderlei Gestalten als Wegzehrung bringen und reichte sich selbst die eucharistischen Gaben - eine liturgiegeschichtlich interessante Notiz. Sie wurde auf dem Odilienberg begraben. Ihre Verehrung ist vor allem in Südwestdeutschland verbreitet.
14. DEZEMBER HEILIGER Johannes vom Kreuz
Johannes vom Kreuz, 1926 zum Kirchenlehrer erhoben, ist einer der größten Mystiker der Kirche. 1542 kam Jüan in Fontiveros in Alt-Kastilien zur Welt. Er trat 1563 in den Karmel ein und studierte in Salamanca Theologie und Philosophie. In diese Jahre fiel auch die Begegnung mit Teresa von Avila, die ihn dafür gewinnen konnte, seine Kräfte in den Dienst der Reform des Karmeliterordens zu stellen - ein Vorhaben, das ein Leben lang auf Unverständnis stieß. Die mystische Erfahrung des Johannes ist nicht einfach. Er selbst warnt: „Da nun diese Lehre von der dunklen Nacht handelt, durch welche die Seele zu Gott gelangen soll, so darf sich der Leser auch nicht wundern, wenn ihm manches dunkel vorkommt." Durch seine Schriften und in seinem Wirken als Ratgeber ungezählter Menschen, in seinem Mühen um die Reform des Karmel konkretisierte er seine Kreuzesmystik. Am 14. Dezember 1591 starb Johannes in Ubeda.
14. DEZEMBER HEILIGER Berthold
Der Franziskanermönch Berthold, 1210 in Regensburg geboren, war der vielleicht bedeutendste deutsche Prediger des Mittelalters. Er zog riesige Menschenmassen an. Berthold predigte in Bayern, Schlesien, Böhmen, Mähren, Österreich und der Schweiz, nach 1260 auch in Ungarn, wo er vor allem gegen die Judenverfolgung auftrat. Papst Urban IV., der von seinen überragenden Fähigkeiten erfuhr, bat ihn, bei der Kreuzzugspredigt mitzuwirken. Berthold starb 1272 und wurde in der Minoritenkirche St. Salvator in Regensburg beigesetzt. 1626 wurde er heiliggesprochen.
14. DEZEMBER HEILIGE Franziska
Der Orden der „Armen Schwestern vom heiligen Franziskus" ist heute vor allem in Deutschland und den USA verbreitet. Die „Aachener Franziskanerinnen", wie sie auch genannt werden, leben nach dem Ideal des heiligen Franziskus und widmen sich besonders den Armen. Ziel des Ordens ist es, sich für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung einzusetzen. Die Ordensgründerin Franziska von Schervier wurde „Mutter der Armen" genannt. Sie wurde am 3. Januar 1819 in Aachen geboren und war die Tochter eines Nadelfabrikanten und das Patenkind von Kaiser Franz von Österreich. Aus ihrer gehobenen gesellschaftlichen Stellung heraus widmete sie sich bereits als junge Frau besonders den Benachteiligten. Franziska kümmerte sich um Fabrikarbeiterfamilien, ermöglichte den Kindern Schulunterricht und stiftete Hilfseinrichtungen wie etwa die „Johannisküchen". Der Gemeinschaft schlössen sich in kurzer Zeit viele Frauen an.
Franziska starb am 14. Dezember 1876 und liegt im Mutterhaus des Ordens in Aachen begraben. 1974 wurde sie von Papst Paul VI. seliggesprochen.
Die Geburt Jesu: 2,1-20
In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen.
1-3: Quirinius hat als Statthalter von Syrien 6/7 n. Chr. Eine Steuerfeststellung, einen sog. Zensus, durchführen lassen. Dies kann jedoch nicht der Zensus gewesen sein, zu dem Josef nach Betlehem zog;
denn die Geburt Jesu fällt nach Mt 2 in die Zeit vor dem Tod des Herodes (4 v. Chr.). Der Mönch Dionysius Exiguus (ca. 497-540), auf den die christliche Zeitrechnung zurückgeht, hat sich demnach um etwa 4 bis 5 Jahre verrechnet. Kaiser Augustus herrschte von 31 v. Chr. bis 14 n. Chr.
2:2 Dies geschah zum ersten Mal; damals war Quirinius Statthalter von Syrien.
2:3 Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen.
2:4 So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Joh 7,42
2:5 Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete.
=> Nach jüdischem Recht gilt die Verlobte bereits als Ehefrau (vgl. die Anmerkung zu Mt 1,18).
2:6 Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft,
2:7 und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.
2:8 In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde.
2:9 Da trat der Engel des Herrn zu ihnen, und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr,
2:10
der Engel aber sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll:
2:11
Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr.
=> Die drei Titel «Retter», «Messias» (Christus), «Herr» weisen auf die Heilsbedeutung Christi hin. «Retter» und «Herr» waren auch Hoheitstitel der römischen Kaiser.
2:12
Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt.
2:13
Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach:
Mt 26,53
2:14
Verherrlicht ist Gott in der Höhe, und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade.
19,38; Jes 57,19; Eph 2,17
=> Wörtlich: Herrlichkeit Gott in der Höhe und auf Erden Friede bei den Menschen des Wohlgefallens. - Die ökumenische liturgische Fassung lautet: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seiner Gnade.
2:15
Als die Engel sie verlassen hatten und in den Himmel zurückgekehrt waren, sagten die Hirten zueinander: Kommt, wir gehen nach Betlehem, um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr verkünden ließ.
2:16
So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag.
2:17
Als sie es sahen, erzählten sie, was ihnen über dieses Kind gesagt worden war.
2:18
Und alle, die es hörten, staunten über die Worte der Hirten.
2:19
Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach.
2:20
Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie gehört und gesehen hatten; denn alles war so gewesen, wie es ihnen gesagt worden war.
STEPHANUS 26. DEZEMBER
Stephanus war einer der sieben Diakone der Urgemeinde in Jerusalem und spielte unter ihnen eine herausragende Rolle. Zwischen den streng orthodoxen Juden in Jerusalem und den eingewanderten Juden aus der Diaspora kam es immer wieder zu Streitigkeiten. Stephanus wandte sich an die Wortführer des hellenistischen Judentums mit einer Missionspredigt, die heftigen Streit auslöste und seine Verurteilung zum Tode zur Folge hatte. Seine Verteidigungsrede vor dem Hohen Rat wurde als Gotteslästerung betrachtet und Stephanus nach dem mosaischen Gesetz zu Tode gesteinigt (siehe heutige Lesung: Apg. 6,8-10; 7,54-60). Er war der erste Märtyrer der Christenheit. Stephanus ist Patron der Erzdiözese Wien.
28. DEZEMBER FEST DER UNSCHULDIGE KINDER
Der Evangelist Matthäus berichtet vom Kindermord in Betlehem, den König Herodes veranlasst hat (vgl. das heutige Evangelium: Mt 2,13-18). Die Unschuldigen Kinder, die, ohne schon sprechen zu können, ihr Leben für den neugeborenen Messias hingaben, wurden in der Christenheit seit Beginn als erste Märtyrer verehrt. Seit dem 5. Jahrhundert ist ihr Fest liturgisch bezeugt.
HEILIGE FAMILIE Letzter SONNTAG im Jahr
Die Verehrung der Heiligen Familie nahm im 19. Jahrhundert, vor allem von Kanada aus, einen weltweiten Aufschwung. Erst 1920 wurde das Fest verpflichtend eingeführt. Es hat die heutigen Familien im Blick, deren christliche Prägung mehr und mehr gefährdet ist und oftmals ganz schwindet. Dabei dürfen wir auch die Kinder nicht vergessen, die nicht in der Geborgenheit einer intakten Familie heranwachsen können. Alle sind Kinder Gottes, die ihm am Herz liegen und die die Erfahrung seiner Liebe und Menschenfreundlichkeit, durch Menschen vermittelt, bedürfen.
31. DEZEMBER HEILIGER SILVESTER
Silvesters genaue Lebensdaten sind nicht bekannt, nur dass er 314-335 Papst war. Die Legende verbindet sein Pontifikat mit der Bekehrung Konstantins. Historisch gesichert ist, dass er sich auf dem Konzil von Nicäa durch zwei Priester vertreten ließ, und dass die Kirche von Rom während seines Pontifikats durch Schenkungen und Bauten des Kaisers gefördert wurde. Die Fälscher der sogenannten Konstantinischen Schenkung, wonach der Kaiser dem Papst die Stadt Rom und die Westhälfte seines Reiches geschenkt haben soll, bedienten sich seiner Person.
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