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| Der Monat Juli | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Gebetsanliegen des Papstes und
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Gebetsanliegen des Papstes
JULI
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Monatsspruch:Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. Mt 6,21 (L=EÜ) |
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2. JULI MARIÄ HEIMSUCHUNGInhaltliche Mitte des heutigen Festes ist der Besuch Marias bei ihrer Verwandten Elisabet (Heimsuchung = Besuch). Das Magnifikat (Lk 1,41-44) gehört mit zum Inhalt des Festes. Dieser Lobgesang Marias hat im Abendgebet der Kirche seinen festen Platz und gibt unserer Zeitschrift ihren Namen. Das Fest stammt aus dem Orient und wurde im Abendland durch die Franziskaner verbreitet. Bonaventura führte es 1263 für seinen Orden ein, Pius V. nahm es 157O in den allgemeinen Festkalender auf. Das Fest wird nur im deutschen Sprachraum am 2. Juli, einen Tag nach dem Oktavtag Johannes des Täufers, gefeiert, überall sonst am 31. Mai.3. JULI THOMASDen eigentlichen Namen des heutigen Heiligen kennen wir nicht. Thomas war sein Beiname und bedeutet eigentlich Zwilling (Didymus, vgl. Joh 11, 16). In allen vier Apostelverzeichnissen des Neuen Testamentes wird er erwähnt. Mehrmals tritt er im Johannesevangelium als Wortführer auf, der die Fragen und Empfindungen seiner Mitapostel zum Ausdruck bringt (vgl. Joh 11, 16; 14,5).Am bekanntesten ist die Szene des Ungläubigen Thomas, die schließlich in das Bekenntnis mündet. ,,Mein Herr und mein Gott!" (Joh 20,24-291. Später soll Thomas als Missionar nach Indien gezogen und hier als Märtyrer gestorben sein. Bis heute besteht bei den Thomas-Christen in Malabar an der Südwestküste Indiens eine uralte Tradition, die auf die Thomas-Predigten und auf sein Martyrium zurückgeht.| zurück |4. JULI HEILIGER ULRICH VON AUGSBURGDer Name des hl. Bischofs Ulrich von Augsburg ist aufs engste mit der großen Schlacht auf dem Lechfeld vor den Toren Augsburgs verbunden. Hier wurden am 10. August 955 die Ungarn, die fast zwei Generationen lang Deutschland heimsuchten, vernichtend geschlagen. Ulrich schickte unter Führung seines Bruders eine Gruppe von Kämpfern in die Schlacht, nachdem er selbst vom 7.-9. August seine Bischofsstadt erfolgreich verteidigt hatte. Ulrich wurde 923 mit 33 Jahren durch den König zum Bischof von Augsburg ernannt. Ein besonderes Anliegen war ihm die sorgfältige Ausbildung des Klerus und die Förderung des Mönchtums. Ulrich starb im Jahre 973. Er war der erste Heilige, der in Rom in einem formellen Verfahren heiliggesprochen wurde. Seine Zeitgenossen rühmten seine Fröhlichkeit und Heiterkeit ebenso wie seine Gerechtigkeit und Mildtätigkeit; er zog sogar das bischöfliche Vermögen heran, wenn die Not es erforderte.4. JULI HEILIGE ELISABETH VON PORTUGALElisabeth, 1271 als Prinzessin aus dem Königshaus von Aragón geboren und auf den Namen ihrer Großtante, der hl. Elisabeth von Thüringen, getauft, wurde gleich dieser schon als Kind vermählt, mit König Dionysius von Portugal. Zahlreiche Klöster, Krankenhäuser, Kinderheime und Armenanstalten ließ sie aus ihrem Vermögen erbauen. In späteren Jahren wurde sie die große Friedensvermittlern in ihrer heillos zerstrittenen Familie. Nach dem Tod ihres Gatten ist sie gleich ihrer Großtante als Tertiarin in den Orden des hl. Franziskus eingetreten. Am 4. Juli 1336 gestorben und 1625 heiliggesprochen, wurde sie die Landesheilige und Landesmutter Portugals.| zurück |5. JULI HEILIGER ANTONIUS MARIA ZACCARIAAntonius Maria, 1502 in Cremona geboren, war zunächst Arzt, bevor er 1528 Priester wurde. In Mailand gründete er 1530 mit Gleichgesinnten den Orden der Regularkleriker vom hl. Paulus, Barnabiten genannt, und die Englischen Jungfrauen vom hl. Paulus. Ihr besonderes Charisma war die Volksmission, wobei sie besonders die Verehrung des Altarsakramentes förderten. Die Sitte des Freitagsläuten geht auf sie zurück. Antonius Maria starb schon mit 37 Jahren am 5. Juli 1539 in Cremona.7. JULI HEILIGER WILLIBALDWillibald, 700 in Südengland geboren, Bruder des hl. Wunibald und der hl. Walburga, unternahm 720 mit seinem Vater Richard von Wessex eine Pilgerfahrt nach Rom. Nach dem Tod des Vaters zog er weiter ins hl. Land und nach Konstantinopel, schließlich wurde er 730 Mönch im Kloster des hl. Benedikt auf dem Monte Cassino. Papst Gregor III. berief ihn dann auf Bitten des hl. Bonifatius in die deutsche Mission. 740 zum Priester geweiht, wurde er ein Jahr später Bischof. Als erster Bischof von Eichstätt missionierte er bei den Bayern, Alemannen und Franken.Er brachte wie die gesamte Verwandtschaft des Bonifatius das römisch-angelsächsische, religiöse Kulturideal in unsere Heimat. Willibald starb am 7. Juli 787. Seine Reliquien befinden sich im Eichstätter Dom.| zurück |10. JULI HEILIGER KNUDKnud IV. von Dänemark, 1040 geboren, war ein fähiger Herrscher und weitblickender Christ. Reformeifer für die Kirche, Vermehrung der Gotteshäuser, Hebung der Bedeutung des Klerus und die Festigung seiner königlichen Macht veranlassten Adlige, ihn am 10. Juli 1086 während eines Gottesdienstes in der Albankirche in Odense zu ermorden.10. JULI HEILIGER ERICHErich IX. Jedvardson, seit 1150 König von Schweden, soll am 18. Mai 1160 in Uppsala ebenso wie Knud während eines Gottesdienstes meuchlings ermordet worden sein. Der dänische Königssohn Magnus wollte Schweden erben und hatte eine Verschwörung gegen ihn angezettelt. Der gottesfürchtige, asketische König unternahm zwei Kreuzzüge gegen die Finnen und trug viel zu deren Christianisierung bei. Die Gebeine des Patrons Schwedens ruhen bis heute in einem Goldschrein hinter dem Hochaltar des Domes von Uppsala.10. JULI HEILIGER OLAFOlaf II. Haraldsson, seit 1015 König von Norwegen, befreite während seiner 15jährigen Regentschaft Norwegen von der dänischen Oberhoheit und vollendete mit Erfolg die Christianisierung Norwegens. Wegen seiner strengen Regentschaft 1028 von Stammesfürsten vertrieben, fiel er beim Versuch der Rückeroberung seines Landes am 29. Juli 1030 in Stiklestad im Werdal. Das Grab des Patrones Norwegens befindet sich im Dom in Trondheim, der ihm zu Ehren erbaut wurde.| zurück |11. JULI BENEDIKT VON NURSIABenedikt, um 480 in Nursia, dem heutigen Norcia in Mittelitalien geboren, kam in jungen Jahren zum Studium nach Rom, fühlte sich von den dort vorherrschenden Sitten abgestoßen und schloss sich einer Asketengruppe in Affile (heute: Enfide) an. Danach lebte er drei Jahre zurückgezogen in einer Höhle bei Subiaco. Eine Mönchsgemeinde holte ihn schließlich als Leiter zu sich. Doch weil er ihnen in seiner monastischen Auffassung zu streng war, versuchte man, ihn zu vergiften. Benedikt kehrte nach Subiaco zurück, wo er bald zahlreiche Schüler um sich scharen konnte. Im Jahre 529 gründete er auf dem Monte Cassino ein neues Kloster. Hier entstand seine Klosterregel, die bis heute die Richtschnur des abendländischen Mönchtums ist. Benedikt wollte ein Leben in der Gegenwart Gottes führen. Das konkretisierte sich für ihn im Gebet, im Studium der hl. Schrift und in der Arbeit. Benedikt starb am 21. März 547 in Monte Cassino. Er wurde von Papst Pius XII. zum Vater Europas und von Papst Paul VI. zum Schutzpatron Europas ernannt.13. JULI HEILIGER HEINRICH II: und heilige KUNIGUNDEHeinrich, bayrischer Herzog, vom hl. Wolfgang erzogen, wurde 1002 deutscher König und 1014 römischer Kaiser. Er zeichnete sich durch Tatkraft und nüchternes Handeln aus, festigte das System der Reichskirche und förderte die damalige Klosterreformbewegung von Gorze. Seine bedeutendste Stiftung ist das Bistum Bamberg. Heinrich starb am 13. Juli 1024 und fand seine letzte Ruhe gemeinsam mit Kunigunde in einem Hochgrab im Bamberger Dom.Seine Gemahlin, aus dem Haus der Grafen von Luxemburg, nahm an den Regierungsgeschäften des Kaisers weithin Anteil und war zeitweise seine Statthalterin. An der Gründung des Bistums Bamberg 1007 hat sie maßgeblich mitgewirkt, ebenso an der Erbauung des Domes. Die Ehe blieb kinderlos. Nach dem Tod des Kaisers zog sie sich in das von ihr gegründete Kloster Kaufingen zurück. Hier starb sie am 3. März 1033. Sie ist die Patronin der Diözese Bamberg.14. JULI HEILIGER KAMILLUS VON LELLISKamillus, am 25. Mai 1550 in den Abruzzen geboren, wurde Soldat, verspielte sein ganzes Vermögen und musste sich schließlich wegen einer nie ausgeheilten bösartigen Fußwunde als Gelegenheitsarbeiter über Wasser halten. Beim Bau eines Kapuzinerklosters, bei dem er mithalf, erfolgte, seine Bekehrung. Er trat bei den Kapuzinern als Bruder ein, musste aber wegen seiner Wunde den Orden wieder verlassen und ging nach Rom, wo er im Jakobusspital gesund gepflegt wurde. Dort blieb er als Krankenwärter und später als Spitalmeister.Von Philipp Neri geführt und gefördert, wurde er Priester und gründete den Orden der Kamillianer als Krankenpflegergemeinschaft. In der Krankenpflege und in der Krankenseelsorge führte er wichtige Neuerungen ein. Kamillus starb am 14. Juli 1614 in Rom.15. JULI HEILIGER BONAVENTURAVon Johannes von Fidanza, geboren 1221, dem späteren Bonaventura, wird berichtet, dass er als Kind schwerkrank gewesen und auf die Bitte seiner Mutter vom hl. Franziskus geheilt worden sei. Franziskus soll ihm auch den Namen Bonaventura (= Gütige Geschick) gegeben haben. Nach dem Studium der Philosophie trat er im Jahre 1243 in den Franziskanerorden ein und studierte in Paris Theologie, wo er anschließend zusammen mit Thomas vol Aquin ins Pariser Professorenkollegium aufgenommen wurde. In der Zwischenzeit zum Ordensgeneral gewählt, ernannte ihn Gregor X. zum Kardinal und berief ihn nach Rom, damit er die Vorbereitungen zum Zweiten Konzil von Lyon (1274) unterstützte. Zwei Tage vor Beendigung des Konzils starb Bonaventura am 15. Jul 1274. Sixtus V. ernannte ihn unter dem Titel Doctor Seraphicus (wegen der Tiefe seiner mystischen Frömmigkeit) 1588 zum Kirchenlehrer. Bonaventura war neben Thomas von Aquin die führende Gestalt der Hochscholastik. Er setzte neben die ursprüngliche charismatische Bewegtheit des hl. Franziskus eine neue franziskanische Ordnung, die dem Charisma des hl. Franziskus eine bestimmte Verfassung gab und dadurch das Überleben ermöglichte.| zurück |16. JULI UNSERE LIEBE FRAU AUF DEM BERGE KAMELAm16. Juli feiert die Kirche ein eher wenig bekanntes Marienfest: Fest unserer Lieben Frau auf dem Berge Karmel.Seit Ende des 14. Jahrhunderts beging der Orden der Karmellren dieses Fest als Skapulierfest - genannt nach dem Skapulier ihres Ordensgewands. Dieses ist ein körperbreiter Tuchstreifen' der nach vorne und hinten über die mönchische Kutte abfallend getragen wird. Es wurde oft als ein Zeichen einer besonderen Verbundenheit mit Maria interpretiert. Papst Benedikt XIII. führte das Fest 1726 für die ganze Kirche ein; es wird heute noch als nichtgebotener Gedenktag begangen.17. JULI HEILIGER ALEXIUSDas Alexianer-Krankenhaus in Köln-Porz und mehrere andere Kliniken werden von der Brüdergemeinschaft der Alexianer betrieben. Dieser traditionsreiche Krankenpflegeorden lebt nach der Regel des heiligen Augustinus. Benannt ist der Orden allerdings nach dem heiligen Alexius, dem Patron der Gemeinschaft.Alexius von Edessa in der heutigen Türkei war der Sohn des römischen Senatorenpaares Euphemius und Aglaia und lebte etwa im vierten und fünften Jahrhundert nach Christus. Alexius verließ seine Frau noch in der Hochzeitsnacht und floh nach Edessa. Dort lebte er 17 Jahre lang als Bettler und Asket. Er floh erneut, als das Volk anfing ihn zu verehren, weil ein Küster die Vision hatte, Alexius sei ein heiliger Mann.Auf der Flucht verschlug es ihn erneut nach Rom. Sein mildtätiger Vater erkannte den Sohn nicht, nahm ihn aber in sein Haus auf. Alexius lebte wiederum 17 Jahre unerkannt unter der Treppe seines Elternhauses. Erst auf dem Sterbebett gab er sich zu erkennen und löste bei seinen Eltern und der Bevölkerung große Bestürzung aus. Der Heilige wird vor allem in der Ostkirche sehr verehrt.20. JULI HEILIGE MARGARETAÜber das Leben der hl. Märtyrerin Margareta von Antiochia in Pisidien fehlen sichere Nachrichten. Die im Orient schon früh bezeugte Verehrung wurde seit dem 7. Jahrhundert auch im Westen verbreitet, so dass Margareta zu den 14 Nothelfern zählt.| zurück |21. JULI HEILIGER LAURENTIUS VON BRINDISIIn Brindisi 1559 als Julius Caesar Russo geboren wurde Laurentius Kapuziner und hervorragender Theologe und Prediger. Von 1602 Ws ?605 war er Ordensgeneral, nachdem er zuvor Provinzial in der Schweiz gewesen war. Er ist der erste Kapuziner im deutschen Er führt den Orden in Österreich, Bayern, Böhmen und Ungarn ein. Durch Wort und Schrift förderte er die Katholische Reform nach dem Konzil von Trient. Als Prediger begleitete er die Truppen im Krieg gegen die Türken. Auf einer diplomatischen Mission starb er am 22. Juli 1619 in Lissabon. 1881 heiliggesprochen, ernannte ihn Johannes XXIII. 1959 zum Kirchenlehrer.22. JULI das Fest der heiligen Maria MagdalenaSie darf in keinem Jesusfilm fehlen: die heilige Maria Magdalena. Das Klischee der Prostituierten, die umkehrt und Jesus bis zum Tod treu bleibt, hat von jeher die Fantasie belebt. Aber wer war Maria Magdalena wirklich, deren Festtag die Kirche am 22. Juli begeht? Schon die Evangelien enthalten keine Biografie. Sie zeichnen sogar ein völlig unterschiedliches Bild von der „Apostola Apostolorum", von der „Apostolin der Apostel", wie die frühe Kirche die Heilige nannte. Seit jeher spielt Maria Magdalena in der Frömmigkeit eine besondere Rolle: Sie gilt als Patronin der reuigen Sünder und Verführten und wegen ihrer vermeintlich langen Haare auch als Patronin der Friseure und Kamm-Macher. Weil sie Jesus salbte, wurde sie von den Parfüm- und Puderherstellern entdeckt. Auch die Gärtner vertrauen sich ihrem Schutz an, weil sie den Auferstandenen für einen solchen hielt. Ein facettenreiches Image, das aber kaum der historischen Wirklichkeit entspricht. Sicher ist allenfalls ihr Name und der Ort, woher sie stammt.Die Vorstellung von der Heiligen hat letztlich Papst Gregor I. im sechsten Jahrhundert mit seinen Magdalenenhomilien bestimmt. Er bezog biblische Texte aufeinander, die nach dem Wissensstand der heutigen Exegese mit der Heiligen aber nichts zu tun haben. So verknüpfte er, wie der Münsteraner Neutestamentler Martin Ebner herausarbeitete, drei verschiedene biblische Frauen: Zum einen setzte er Maria Magdalena, aus der nach Lk 8,2 sieben Dämonen ausfahren, mit der stadtbekannten Sünderin (Lk 7,36-50) gleich. Zum anderen wird Maria Magdalena mit Maria von Betanien identifiziert, die Jesus treu zu Füßen sitzt und seinen Worten lauscht (Lk 10,38-42). Die Kombination dieser unterschiedlichen Frauen hat das Bild von Maria Magdalena in der Geschichte geprägt. Ebner: „Aus der reumütigen Hure wird eine getreue Jüngerin, die zu einem geradezu kontemplativen Leben vorstößt."Wenn aber die neutestamentlichen Traditionen getrennt betrachtet werden, ergibt sich laut Ebner ein ganz anderer Befund. Der Evangelist Markus nenne Maria Magdalena zusammen mit anderen Frauen erstmals in der Kreuzigungsszene (Mk 15,40f.); im Gegensatz zu den geflohenen männlichen Nachfolgern halten sie trotz der Verhaftungsgefahr bei Jesus aus. Darüber hinaus wird Maria Magdalena als Zeugin bei der Grablegung (Mk 15,47) und beim Gang zum Grab am Ostermorgen (Mk 16,1) genannt. Markus verbinde damit Maria Magdalena mit den drei Ereignissen, die für die Geburtsstunde des Christentums zentrale Bedeutung haben: Tod, Bestattung, Auferstehung. In allen drei Fällen führe sie die Namensliste der Frauen an, die diese Ereignisse bezeugen. Der göttlich legitimierte Verkündigungsauftrag gehe bei Markus an die Frauen über, die Petrus und mit ihm die etablierten Zwölf wieder in die Geschichte Jesu einbinden, so Ebner.Dagegen weist der Evangelist Matthäus nicht Maria Magdalena und den anderen Frauen den Verkündigungsauftrag zu, sondern den „Brüdern" Jesu. Den Frauen kommt nach den Worten Ebners in der Grabesgeschichte lediglich die Aufgabe zu, den „Brüdern" mitzuteilen, dass Jesus sich ihnen in Galiläa zeigen werde. Noch viel stärker als Matthäus rücke das Lukasevangelium davon ab, Maria Magdalena als Erstzeugin und legitime Verkünderin von Tod und Auferstehung Jesu darzustellen. Zwar sieht auch Lukas die Frauen an der Spitze Maria Magdalena in Verbindung mit den Zwölf; sie kümmern sich aber nur um deren Versorgung.An Maria Magdalena scheiden sich die Geister, so der Befund Ebners. Während Johannes (Job 20,1) sie zur Osterzeugin par excellence stilisiere, halte Lukas den ersten Platz unter den Osterzeugen und den damit verbundenen Anspruch auf Autorität für Petrus frei. Mit Blick auf Glaubensautorität und Leitungsstrukturen sei Maria Magdalena „eine umstrittene christliche Symbolfigur" das für Ebner aber „wohl nur deshalb, weil ihr vermutlich mit anderen Frauen genau das widerfahren ist, was wir Ostererfahrung nennen".| zurück |23. JULI BIRGITTA VON SCHWEDENBirgitta, in Finstad bei Uppsala um 1303 geboren, hatte schon von ihrem siebenten Lebensjahr an Visionen des gekreuzigten Jesus. Die Mutter von acht Kindern (darunter die hl. Katharina von Schweden) war wegen ihrer Frömmigkeit und Nächstenliebe hoch angesehen. Nach dem Tod ihres Mannes empfing sie ihre großen Offenbarungen. Schon vorher Franziskanerterziarin, bereitete sie die Gründung eines Ordens vor und stiftete in Vadstena das erste Kloster des nach ihr benannten Ordens. Der Orden erlangte große Bedeutung für die religiöse und literarische Kultur des Nordens.Die letzten 24 Jahre ihres Lebens lebte Birgitta in Rom bis zu ihrem Tod am 23. Juli 1373. Sie bemühte sich um die Reform der Kirche und vergeblich um die Rückkehr des Papstes aus Avignon nach Rom. Ihr Orden, in der Französischen Revolution aufgehoben, wurde im 19. Jahrhundert von Elisabeth Hesselblack neu gegründet. An Birgittas Grab in Vadstena beten heute lutherische und katholische Christen um die Einheit im Glauben. In Deutschland gibt es mittlerweile zwei Birgittenklöster: in Altomünster bei Augsburg und in Bremen. Papst Johannes Paul II. hat im Jahre 2000 Birgitta mit Katharina von Siena und Edith Stein zur Mitpatronin Europas ernannt.24. JULI HEILIGER CHRISTOPHORUSÜber Christophorus gibt es nur wenige geschichtliche Daten. Der Überlieferung zufolge stammte er aus Lukien in Kleinasien und erlitt um 250 unter Decius den Märtyrertod. Er wird im Osten und Westen verehrt und zählt zu den Vierzehn Nothelfelfern. Sein Name Christus-Träger hat zu vielen Legenden beigetragen. So sagt man zum Beispiel, dass er der Riese Offerus gewesen sei, der immer dem Mächtigsten dienen wollte, zuerst dem König dann dem Teufel, schließlich Christus. Ein Eremit habe ihm aufgetragen, Pilger über einen Fluss zu tragen, darunter auch das Jesuskind, das auf seinen Schultern immer schwerer wurde. Schließlich als er zusammenzubrechen drohte, sei er von Jesus im Fluss getauft worden und habe den Namen Christophorus erhalten. Auch gab es im Mittelalter die Vorstellung, dass derjenige, der ein Bild des Heiligen betrachtet, an diesem Tag nicht stirbt. Das ist auch der Hintergrund, warum er in moderner Zeit zum Schutzpatron der Autofahrer wurde.| zurück |25. JULI JAKOBUSJakobus (der Ältere) war der Sohn des Fischers Zebedäus und der altere Bruder des Apostels Johannes, mit dem er gemeinsam von Jesus berufen wurde (Mk 3, 17). Wegen ihres stürmischen Temperamentes nannte Jesus die Brüder Donnersöhne (Mk 3,37). Sie gehörten mit Petrus zu den bevorzugten Jüngern, die Jesus sowohl auf dem Berg Tabor als auch am Ölberg in der Stunde seiner Todesangst bei sich hatte (Mk 14,33). Jakobus erlitt als erster der Apostel im Jahre 44 zu Ostern das Martyrium durch das Schwert. Im 7. Jahrhundert tauchte die Legende auf, dass Jakobus in Spanien gepredigt habe und dort gestorben sei. Nach einer anderen Überlieferung wurden die Gebeine des Apostels um 70 n. Chr. von Jerusalem zum Sinai gebracht, wo man ihnen das Jakobuskloster errichtete. Im 8. Jahrhundert seien sie vor den Sarazenen nach Spanien gerettet worden. In Spanien erbaute man eine Jakobuskirche, in der die Gebeine am 25. Juli 816 feierlich beigesetzt wurden. Daraus entwickelte sich der berühmte Wallfahrtsort Santiago de Compostela in Nordwestspanien (Santiago Jakobus). An den Straßen, die dorthin führten, wurden zahlreiche Kirchen, Klöster und Hospize errichtet. Jakobus wird häufig mit der Jakobusmuschel dargestellt, wobei die Muschel als Symbol der Auferstehung und der Pilgerschaft gilt.26. JULI HEILIGER ANNA UND HEILIGER JOACHIMJoachim und Anna waren die Eltern Marias und die Großeltern Jesu. Ihr Gedenktag wurde erst seit dem neuen Römischen Missale zusammen auf den 26. Juli gelegt.Der Name Anna entspricht dem hebräischen Namen Hannah (= Erbarmung, Gnade) und erinnert an die Mutter Samuels (1Sam1). Im Neuen Testament wird weder ihr noch Joachims Name überliefert. Zum ersten mal erwähnt wurden sie um das Jahr 200. Annas Verehrung erreichte im ausgehenden Mittelalter ihren Höhepunkt. Sie galt als Inbegriff des Mütterlichen. Joachim (= Jahwe wird aufrichten) lebte nach der Legende mit Anna in Jerusalem. Die Priester wiesen ihn wegen seiner Kinderlosigkeit vom Altar zurück. Er ging in die Einöde und führte ein frommes und wohltätiges Leben. Nach 20jähriger Ehe wurde ihm durch einen Engel ein Kind versprochen, das in Nazaret geboren wurde: Maria.| zurück |30. JULI HEILIGER PETRUS CHRYSOLOGUSPetrus, um 380 in Forum Cornelii bei Imola geboren, wurde vor 431 Bischof von Ravenna, das unter ihm als Residenzstadt zur kirchlichen Metropole aufrückte. Seine gedankentiefen und originellen Predigten erweisen ihn als einen bedeutenden Redner und Schriftsteller, daher der Beiname Chrysologus (= Goldredner). Petrus, der eng mit Leo dem Großen befreundet war, bekämpfte mit ihm die kirchlichen Irrlehren, die sich im 5. Jahrhundert entwickelten. Er starb am 31. Juli 450 in seinem Heimatort, wohin er sich zurückzog, als er seinen Tod kommen fühlte. Sein Grab wird im Dom zu Imola verehrt.31. JULI HEILIGER IGNATIUS VON LOYOLAIgnatius, als Sohn einer adligen Familie im Baskenland im Jahr 1491 geboren, hieß eigentlich Inigo, später nannte er sich in Verehrung des hl. Ignatius von Antiochien - Ignatius. Der eitle, junge Mann führte zunächst ein ausschweifendes Leben und war von 1518-1521 Offizier des spanischen Vizekönigs von Navarra. Die entscheidende Wende seines Lebens begann, als er während einer Schlacht schwer verwundet wurde und sich mit religiöser Lektüre beschäftigte. Nach seiner Genesung zog er sich fast ein Jahr in das Kloster Montserrat zurück. Es ist eine Zeit mystischer Wandlung. Daraufhin schrieb er die berühmt gewordenen Geistlichen Übungen. Als Bettler zog er nach Rom, Venedig und ins Heilige Land und wollte das Evangelium verkünden. Er merkte jedoch, dass er zuvor studieren müsse, und setzte sich als 33jähriger in Barcelona noch einmal auf die Schulbank, studierte in Paris, wo er seine ersten sechs Gefährten zu einer dauernden Gemeinschaft zusammenführte. 1537 wurde Ignatius zum Priester geweiht und ließ sich danach mit seinen Gefährten in Rom nieder. Die Gemeinschaft wurde von Paul III. wohlwollend aufgenommen und zu einem Orden umgestaltet. Ignatius wurde der erste Generalobere. Der neue Orden (Jesuitenorden, Gesellschaft Jesu) breitete sich schnell über ganz Europa aus. Die Gesellschaft Jesu (SJ) lebt aus einer großen Spiritualität, wobei im Mittelpunkt die Geistlichen Übungen stehen. Am 31. Juli 1556 starb Ignatius in Rom.| zurück |
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